Die Kapelle des Hedwig-Dransfeld Hauses
Von Dieter Kittlauß Die heutige Kapelle im Hedwig - Dransfeld Haus hat im Laufe der Geschichte ihre äußere und innere Gestalt mehrmals verändert. Es lohnt sich, den Spuren nachzugehen. Das Teehaus Wie in dem Beitrag Von der Villa Sayn zum Hedwig - Dransfeld - Haus bereits ausgeführt wurde, geht die Altbausubstanz des heutigen Hedwig - Dransfeld - Hauses (HDH) bis ins vorige Jahrhundert zurück. 1878 verlegte der weltbekannte Bendorfer Nervenarzt Brosius seine psychiatrische Damenklinik von der Villa Sayn (heutiges Hotel in der Koblenz - Olper -Straße) an das Ende des Mühlentales und damit außerhalb der damaligen Stadt. Die neu erbaute Klinik "Waldesruhe" zwischen Weniger- und Großbach unterhalb des jüdischen Friedhofs bot Dr. Brosius ideale Bedingungen für seine therapeutischen Methoden; hier hatte er Ruhe, Wald, Wasser, gute Luft, Sonne, Auslauf und Vogelgesang. Das älteste bekannte Foto stammt aus dem Jahre 1911. Damals war die Klinik des Dr. Brosius aber bereits Geschichte. Ein Kaufmann Rezepta hatte mit seinen Plänen, in der Waldesruhe ein Erholungszentrum zu betreiben, wenig Glück. Was uns hier interessiert, ist das kleine Teehaus rechts im Park, das wahrscheinlich zum alten Gebäudebestand gehört. Auf dem Foto ist es deutlich zu erkennen. Die zweite Aufnahme stammt aus dem Jahre 1926, als der Deutsche katholische Frauenbund das zwischenzeitlich völlig verwahrloste Anwesen übernahm, um hier ein Haus für Arbeiterfrauen zum "Zwecke der Erholung und Bildung" aufzubauen. Offensichtlich hatte sich das kleine Teehaus nicht verändert. Es war aus Holz gebaut, nach vorne offen. Es ist deutlich zu sehen, dass das kleine Teehaus in den 15 Jahren nicht verändert wurde. Es hatte offensichtlich einen Ofen oder Kamin und dürfte dem geschützten Aufenthalt gedient haben. Der Park mit seinem alten Baumbestand war auch damals sehr romantisch. Von oben (aus Richtung der sog. Apfelwiese neben dem jüdischen Friedhof) und aus dem Großbachtal kamen zwei Bäche. Für den Großbach hatte das Anwesen sogar das "Flussrecht", also das Durchleitungsrecht. Die Frauen des Frauenbundes mussten mehrere Prozesse fuhren, um dieses Recht zu verteidigen. Das neue Anwesen wurde nach der gerade verstorbenen langjährigen Präsidentin und Reichstagsabgeordneten Hedwig Dransfeld benannt. Das Teehaus wurde provisorisch zur Kapelle eingerichtet. Doch bald entstanden Pläne zum Umbau. Die Schwarz - Kapelle Der Frauenbund beauftragte Rudolf Schwarz mit dem Umbau des Teehauses zu einer größeren und würdigen Kapelle. Rudolf Schwarz (1897 - 1961) war einer der großen Architekten der Moderne, obwohl er bis in unsere Zeit in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist. Sein Anliegen war es, klassische Strenge und Moderne miteinander zu verbinden. Prof. Wolfgang Pehnt schreibt anläßlich der großen "Schwarz - Ausstellung" 1997 im Kölner Wallraf- Richartz - Museum: "Neben Dominikus Böhm ist Rudolf Schwarz einer der bedeutendsten Kirchenbaumeister Deutschlands in diesem Jahrhundert gewesen". Rudolf Schwarz wurde in Strassburg geboren und absolvierte sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Berlin - Charlottenburg. Er war Meisterschüler und Mitarbeiter von Hans Poelzig in Berlin. Am Anfang seiner Karriere machte er sich mit Kirchen und Einfamilienhäusern einen Namen. Der Umbau des Bendorfer Teehauses gehört in diese Zeit. In Erinnerung schrieb Gerta Krabbel schrieb 1953 als Zeitzeugin: " Das ehemalige Teehaus wurde als Kapelle ausersehen .... Dann wurde Rudolf Schwarz beauftragt, den Altar zu schaffen. ... Der Altar ist außerordentlich schön, es war eine große Freude, wir haben uns danach bemüht, die Kapelle sehr schlicht zu gestalten, so dass der Altar, wie es ja auch wirklich ist, der Mittelpunkt von allem war". O f f e n s i c h t l i c h wollte Schwarz einen Kontra- punkt zu dem F a c h w e r k h a u s (das sog. Froschhaus) auf der anderen Seite schaffen. Jedenfalls ist die stilistische Ähnlichkeit der Fachwerke nicht zu übersehen. Die Innenansicht der neuen Kapelle ist uns auf Postkarten überliefert. Der Altar bestand aus einem mit Messingplatten beschlagenen Holzkern. Deutlich sind vier Felder zu sehen. Auf den zwei Mittelplatten sind die Worte " Jesus Christus" eingetrieben. Ein auf allen Seiten überstehende Holzplatte bildet die Mensa (Tischplatte). Über dem Altar ein großes Kruzifix. Auf dem Altar stehen zwei sehr massive Messingleuchter. Die Anordnung von Leuchtern und Blumen betont die Mittelachse. Links vom Altar hängt - an der Decke mit drei dünnen Ketten befestigt- eine Ampel als sog. Ewiges Licht. An der rechten Wandseite eine gekrönte Madonna mit Kind. Für die linke Wandseite schuf Prof. Anton Wendling (1891 - 1965) nach Entwurfsskizzen von Rudolf Schwarz mehrere Fenster. Wendling war ab 1927 Dozent an der Kunstgewerbeschule Aachen. Er war nicht nur Glasmaler, sondern hat auch mit Fresko, Sgrafitto, Mosaik, Holzschnitt und Textil gearbeitet. Die beiden Reihen der feststehenden Kniebänke sind nach dem Altar hin ausgerichtet. Man erreicht die Kapelle über einen kleinen Weg und einige Stufen. Der Eingang ist durch ein Holzgeländer abgesichert. Die neue Kapelle,, Unsere liebe Frau vom Frieden" Am 20. Mai 1951 wurde in Essen der "Hedwig - Dransfeld - Haus e.V." gegründet, In geradezu rasantem Tempo übernahm eine Gruppe junger Frauen unter Anneliese Debray als organisatorische und spirituelle Mitte das Bendorfer Hedwig - Dransfeld - Haus vom Katholischen deutschen Frauenbund, um nach ihren Ideen und Plänen etwas Neues zu schaffen: ein geistliches Zentrum wie die großen Klöster des Hohen Mittelalters. Es war klar, dass Gebet und Gottesdienst die Mitte sein müssten. Deshalb war für die Schwarz - Kapelle kein Platz mehr. So sehr wie wir heute den Abriss der kunsthistorisch überaus bedeutsamen Schwarz - Kapelle bedauern, müssen wir doch die Visionen der damaligen Frauen - Generation verstehen. Sie wollten "neue Kirche" bauen und das auch durch einen Bau verdeutlichen. Beim Abriss der Schwarzkapelle (1952 /53) und Neubau der Marienkapelle sind viele junge Menschen aus ganz Europa beteiligt, auch über die Konfessionsgrenzen hinweg. Der internationale Jugendaufbaudienst, evangelische Theologiestudenten und Gruppen aus der französischen Kirchenerneuerungsbewegung sind dabei. Im Werkbrief März 1953, der an die Mädchen- gruppen des Jugendbundes in ganz Deutschland verschickt wird, s c h r e i b t Anneliese Debray: ,,Wer hilft mit? Wir bauen diesmal nicht die Jugendherberge - die hätte auch einen neuen Anstrich nötig! Jetzt bauen wir die Kapelle. Ich halte es für ein großes Geschenk, für einen Vorzug, daß unsere Generation die Kapelle bauen darf. Ich halte es für eine ganz große Verantwortung, daß wir aufgerufen sind, das Gotteshaus im Hedwig - Dransfeld.- Haus zu bauen! Frau Dr. Gerta Krabbel und Anna Vogt - so wird uns berichtet - haben damals (beim Bau der Schwarz - Kapelle. D.K.) durchgesetzt, daß unsere Kapelle (gemeint ist die Schwarz - Kapelle. D.K.) diese einfache, klare Innenausstattung erhielt, die ein Ausdruck unserer Auffassung von Kirche, von der hl. Liturgie ist. Wir übernehmen diese Inneneinrichtung in den neuen Bau. Aber das Geld für den Bau! Im Januar und Februar sind auf unseren Kapellen - Brief hin DM 1881,50 eingegangen. Die größte Summe davon aus Spenden der Mütter, die hier in Ferien weilten, ein wesentlicher Betrag von Freunden des Hauses, solchen, die zu Annas (gemeint ist Anna Vogt. D.K.) und zu meinen Zeiten im Jugendbund waren. Der Jugendbund fehlt noch. Das wird daran liegen, daß Ihr die Pfennigdosen noch nicht geöffnet habt - daß Ihr für Euer Bundestreffen spart, für das Jugendhaus in Düsseldorf sammelt! Aber vergeßt nicht, Ihr gehört mit ans Werk!" Die architekton- ische Leitung der neuen Kapelle hat der Berliner Architekt Alfons Leitl, zu dem Anneliese Debray eine persönliche Beziehung hat. Leitl soll einen größeren Raum schaffen und dazu eine separate Sakra- m e n t s k a p e l l e (das II. Vati- kanum wurde in Bendorf vorweggenommen). Deshalb läßt Leitl die Schwarz - Kapelle völlig abreißen. Er übernimmt aber Elemente der Innenausstattung: die Fenster von Prof. Wendling, den Korpus des Kuzifixes, die Leuchter und den Altar. Der Altar wurde allerdings auf zwei Glieder verkürzt, damit
er leichter und damit transportabel wird. Es wird auch auf feststehende Bänke verzichtet. Der Raum soll sich der jeweiligen Gottesdienstgemeinde anpassen. Den Tabernakel lässt Anneliese Debray später ihren Künstlerfreund aus Höhr - Grenzhausen, Eugen Keller (†)gestalten, dazu das ewige Licht. Die Außentüren des Tabernakels sind einer jüdischen Thorarolle nachempfunden. Nach deren Öffnung zeigen sich die goldenen Innentüren, die eher an einen Tresor als an einen sakralen Behälter erinnern. Dahinter steht die Sicht, dass der Zugang zum christlichen Glauben nur über das Judentum zu gewinnen ist und das Christentum in seinem ursprünglichen Wesen keine neue Religion sein will. Der Tabernakel und die Leuchter sind aus bearbeiteter Bronze gefertigt. Eugen Keller liefert auch den Entwurf für das Fenster an der rechten Eingangsseite. Er wollte den Heiligen Rock stilisiert darstellen. Die blau - weißen Farbtöne passen sehr gut zu den Fenstern von Wendling. Bei der Einweih- ung am 25. Oktober 1953 spricht Dr. Maria Schlüter - Hermkes in ihrem Festvortrag den kühnen Satz:" Man darf sagen, daß eine neue kirchengeschichtliche Epoche begonnen hat"; gemeint ist: "Wenn aber bedingungslose Hingabe an Gott früher meist hieß: die Welt verlassen, so heißt das heute öfter und öfter, in der Situation bleiben, in die man hineingestellt ist... man weiß sich zur Heiligkeit berufen, nicht trotz Ehe und Beruf, aber auch nicht nur in Ehe und Beruf, sondern durch Ehe und Familie, durch Berufsarbeit, durch politische, kulturelle, wirtschaftliche, soziale Arbeit. Als religiöse Menschen hat man die Heiligkeit des großen Sakramentes, die Würde der Familie, den Adel des Leibes, die Schönheit der Erde wieder entdeckt. Man wendet sich der Natur, dem Beruf, der Weltarbeit in jedem Sinne zu als Material der Spiritualität. Man hat verstanden, daß christliches Leben, heilige Gottesliebe ohne jede Einschränkung in jedem Milieu möglich ist". Die große Veränderung der Katholischen Kirche, wie sie 10 Jahre später auf dem II. Vatikanischen Konzil zum Durchbruch kommt, hatte auch in Bendorf eine ihrer Wurzeln. Ein besonderes und sehr kostbares Geschenk für die neue Kapelle ist eine alte russische Ikone. Dr. Lotte Schiffler erzählte später die Geschichte so: "In Stalingrad brannte die russisch orthodoxe Kirche hell. Der deutsche Leutnant ging mit Kameraden zu löschen. Er war ein evangelischer Pfarrer, durch Zwang im Militär. Sie konnten löschen. Der Pope brachte zum Dank dem Leutnant eine Rolle Papier. Die Ikone. Durch Gefangenschaft und Rückzug brachte der Pfarrer die Ikone heim, brachte sie seiner Frau mit. Die hängte sie auf, in der Mitte der Familienstube. Aber der Pfarrer, Freund von Manfred - (gemeint ist der Franziskaner Manfred Hörhammer) -: sie gehört nicht zu mir. Es ist soviel gebetet, gesungen, geweint, gepriesen worden vor ihren Augen. Manfred, wohin gehört sie? Manfred kam und wußte den Platz. Es gibt ein Tal im Wald, still, ein Haus, kleine Kirche, Maria zum Frieden. Darf ich sie dahinbringen, schenken, neue Heimat finden? Sein Pfarrer - Freund verstand sofort. Du sagst: Jugend wird sie sehen und Mütter, neue deutsche Menschen, neuer Anfang. So brachte uns Manfred die Ikone. Ich war dabei. Man fand einen Rahmen und einen Hintergrund Eines Tages kam ein Benediktinermönch aus Belgien, aus seiner Abtei. War es Chevetogne? Anneliese Debray hielt ihn auf. Sie arbeiten mit der Ostkirche? Können Sie kyrillisch? Ja, er begann zu entziffern. Jede Ikone hat ihren besonderen Namen. Dieser Name steht hier oben am Rand, rundum: Mutter der Weisungen - Geheimnis in Begegnung - Unsere liebe Frau vom Frieden". Diese kostbare Ikone hängt noch heute in der Kapelle des HDH. Auf besonderen Wunsch von Dr. Charlotte Schiffler, erhält die neue Kapelle ein Spitztürmchen mit einer kleinen Glocke. Zu den Gottesdiensten und zum Angelus (Mittagsläuten) ertönt nun der helle Glockenklang durchs Weniger- und Großbachtal. Der behindertengerechte Zugang 1981 geht Anneliese Debray in den Ruhestand und Dieter Kittlauß übernimmt - zunächst kommis- sarisch und später uneingeschränkt - die Gesamtleitung. In drei Jahren erfolgt bei laufendem Betrieb die Sanierung und Erweiterung der Altbausubstanz unter der Leitung des Neuwieder Architekten Klaus Richter. Die Kapelle wird nicht verändert, aber der Zugang zu ihr. In Zusammenarbeit mit der (damaligen) Aktion Sorgenkind wurde das Experiment gewagt, eine rollstuhlfreundliche Struktur zu erreichen. Auf Grund der Hang- und der unterschiedlichen Höhenlagen war dies allerdings mehr als kompliziert. Besonders schwierig erwies sich ein rollstuhlgerechter Zugang zur Kapelle. Zwei Varianten wurden verworfen: Fahrstuhl und Zugang von der Bergseite. Die Entscheidung fiel zu Gunsten einer Serpentine vor dem Blauen Saal. Dazu musste der romantische Innenhof aufgegeben werden. Bei der Einweihung am 4. Mai 1984 herrschte offensichtlich Betroffenheit über die nackte Betonmasse, die sich nun vor der Kapelle breitmachte. In mehrjähriger, mühsamer Arbeit gelang es die Betonserpentine zu begrünen. Heute ist sie nicht nur eine große Erleichterung für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte beim Gang in die Kapelle, sondern auch ein beliebter Sonnenplatz und in der Osternacht ein malerischer Ort für das Exsultet (österliches Loblied). Die Kapelle des HDH als spirituelles Zentrum In den Folgejahren verändert die neue Kapelle mehrmals ihre innere Gestalt, Ausdruck der unterschiedlichen Kräfte, die sich im HDH entfalteten. Bedeutsam wurde das "Bild des geschundenen Menschen" von Eugen Keller (†). Keller wollte bewusst kein Christus - Bild malen. Lange Zeit hingen in der Kapelle Bilder des international bekannten Künstlers, Peter Weiskopf, aus Mönchengladbach: "Kirche" und "Mitte" die mittlerweile entfernt wurden. Mit seinem Bild "Kirche", das bei einer Pfingsttagung entstand, wollte Weißkopf die Normalität und Originalität des kirchlichen Anfangs darstellen. Das Bild " Mitte", entstand bei einer Ostertagung, es verwies auf Gott als die innere Mitte unserer Welt. Viele Bilder entstanden "in actione", d.h. zufällig bei einem Gottesdienst oder danach, so auch das gespaltene Kreuz von Marianne Bortlisz aus Hattingen, eine Makramee - Arbeit am Kapelleneingang, wo über Jahre durch grüne Knoten jedes ökumenisch bedeutsame Ereignis festgehalten wurde. Das Bild "Mahl der Völker", von der französischen Sozialarbeiterin Brigitte Devaud mit einer Kindergruppe gemalt, hängt auch heute noch über dem Altar. Bemerkenswert waren auch das Schutzengelbild eines psychisch Kranken und die Komposition eines jungen Polen, entstanden auf dem jüdischen Friedhof in Sayn anlässlich eines deutsch - jüdisch -arabischen Seminars zum Thema "Holocaust" (wohl auch nicht mehr erhalten) Über viele Jahre hinweg bis in unsere Zeit wurde in dieser Kapelle die Versöhnung der Religionen gelebt und erfahrbar. Symbol war das Metallrelief "Religionen der Welt" des Bildhauers Karl Franke aus Meerbusch bei Düsseldorf. Hier in der Kapelle feierten Reformierte Juden den Shabbat, katholische und evangelische Christen waren in der Eucharistie vereint, Offiziere der Heilsarmee. haben hier gepredigt, anglikanische und altkatholische Priesterinnen zogen ein in feierlicher Prozession, muslimische Suffis aus aller Welt feierten mit dem DIKR ihre Heilige Nacht. Es war für alle mehr als beeindruckend, als an einem Pfingstsonntag Mitglieder einer Negro - Kirche aus London und Birmingham die Eucharistie gestalteten. Sie tanzten, legten Kranken die Hände auf. In ihrer Mitte ihr Bischof in vollem Ornat, der in London als Taxifahrer arbeitete. Es war an einem Ostermontag, als sich die beiden Rollstuhlfahrer Josef und Sigrid aus Köln, das eheliche Versprechen im "Angesicht der gesamten HDH - Gemeinde" gaben, weil dies die offizielle Katholische Kirche nicht zuließ. In der Urkunde unterschrieben mehr als 200 gläubige Christen: Ihr seid Mann und Frau. Erinnerungswürdig auch die feierliche Ordination von Horst Adams als evangelischer Pfarrer im HDH, die Gottesdienste der altkatholischen deutschen Pfarrer mit ihrem Bischof, die vielen Meditationen mit jungen Menschen, die eigentlich mit Kirche nicht mehr viel anzufangen wussten, die leidenschaftlichen Tänze mit afrikanischen Christen. Tausende Menschen aus aller Welt haben in dieser kleinen Kapelle gebetet und gefeiert. In unserer oft so rastlosen Welt ist sie ein Ort des Friedens. Ostern 2002, Dieter Kittlauß
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